Nicht nur in der Kirche, auch im in den Sportvereinen, beim Karneval oder in den politischen Parteien, fragen wir uns, wo der Nachwuchs für die ehrenamtliche Arbeit ist. Wie und wo sich jüngere Menschen engagieren, fragt eine Studie der Ruhr-Universität-Bochum mit dem Titel „Rein digital, nur gelegentlich oder im Ausland?“.
Das freiwillige Engagement junger Menschen hat in Deutschland in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Studie zeigt, dass die Engagementquoten der Befragten im Alter von 15 bis 25 Jahren in allen fünf untersuchten Regionen bemerkenswert hoch sind. Zwischen 68% und 73% der jungen Menschen haben seit ihrem 15. Lebensjahr aktiv an verschiedenen Formen des Engagements teilgenommen. In den letzten 12 Monaten lag die Engagementquote zwischen 53% und 59%.
Stadt-Land-Unterschiede und Formen des Engagements
Interessanterweise zeigen die Ergebnisse leichte Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Während die Engagementquoten in ländlichen Regionen tendenziell höher sind, gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Etwa zwei Drittel des Engagements findet in institutionalisierten Zusammenhängen wie Vereinen und formellen Organisationen statt. Informelle Engagementformen wie Initiativen oder Projektgruppen machen zwischen 12% und 24% aus, individuelles Engagement etwa 10%. Diese weniger strukturierten Engagementformen sind vor allem in Großstädten und ostdeutschen Landkreisen verbreitet.
Kontinuität und lokale Orientierung des Engagements
Die Mehrheit der jungen Engagierten übt ihr Engagement kontinuierlich aus, 62% bis 68% sind regelmäßig aktiv. Viele engagieren sich ein- bis mehrmals pro Woche, während 22% bis 30% an wiederkehrenden Veranstaltungen teilnehmen. Bemerkenswert ist, dass 78% bis 88% des Engagements lokal, d.h. im eigenen Wohnumfeld stattfindet.
Gesellschaftliche Wertschätzung und familiäre Prägung
Die gesellschaftliche Wertschätzung des freiwilligen Engagements spielt eine entscheidende Rolle. Viele junge Menschen empfinden ihr Engagement als sinnvolle Tätigkeit, die ihnen die Möglichkeit gibt, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Die Einschätzung, dass Engagement den Lebenslauf verbessert, ist dagegen von geringerer Bedeutung. Ein positiver Einfluss auf das Engagement Jugendlicher geht häufig von der Familie aus, insbesondere wenn die Eltern selbst aktiv sind.
