Der Kirchentag begann für mich mit einem bewegenden Eröffnungsgottesdienst auf dem Platz der Menschenrechte. In den folgenden Tagen boten rund 1.500 Veranstaltungen Raum für Austausch, neue Impulse und tiefe Begegnungen. Einer meiner Höhepunkte war die Bibelarbeit von Bischöfin Mariann Edgar Budde (Washington, D.C.), die viele Menschen tief bewegte. Mit kraftvollen Worten legte sie dar, wie biblische Hoffnung uns in Zeiten gesellschaftlicher Erschütterung nicht nur trösten, sondern auch zum Handeln ermutigen kann. Ihre Botschaft: Christlicher Glaube lebt nicht aus Angst, sondern aus einem beherzten Vertrauen in Gottes Gegenwart – auch mitten in Unsicherheit und Wandel.
Und natürlich war auch unser eigener Stand, an dem wir gemeinsam mit anderen Landeskirchen vertreten waren, ein absolutes Highlight.
Unter dem Motto „Ehrenamt – das ist die Krönung“ haben wir mit zahlreichen Engagierten gesprochen, gelacht, diskutiert und ganz praktische Zeichen der Anerkennung gesetzt. Wer wollte, durfte sich symbolisch eine Krone aufsetzen lassen – als Zeichen dafür, wie bedeutsam freiwilliges Engagement für Kirche und Gesellschaft ist und Fotos machen!
Viele intensive Gespräche, ehrliche Rückmeldungen und kleine persönliche Geschichten haben diesen Ort zu einem echten Treffpunkt gemacht – für Menschen, die Kirche mit Herz und Hingabe mitgestalten.
Natürlich prägten auch die aktuellen Herausforderungen wie der Krieg in Europa, wachsender Populismus und soziale Ungleichheiten viele Diskussionen. Der Kirchentag bot eine Plattform, um über Frieden, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sprechen. Besonders im Zentrum stand die Frage: Wie können wir als Christinnen und Christen mutig für Menschlichkeit eintreten?
Der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 05.05. – 09.05.2027 in Düsseldorf statt. Bis dahin bleibt die Erinnerung an ein kraftvolles Glaubensfest, das gezeigt hat, wie viel Mut, Stärke und Herz in unserer Kirche steckt – und wie sehr das Ehrenamt diese Kirche prägt.
Simone Osterhaus
